Brandschutz bei Gebäuden besteht im Wesentlichen aus vier Elementen.

Diese sind voneinander abhängig und müssen aufeinander abgestimmt sein.
Fällt ein Teil weg oder wird dieser unsachgemäß ausgeführt, kann das – je nach Gebäude – zu einem Zusammenbruch der gesamten Brandschutzkonzeption führen.

Aufbau Brandschutz

 

Der bauliche Brandschutz stellt das Fundament dar. Damit wird die erforderliche brandschutztechnische Grundstruktur von Gebäuden wie z. B. Tragkonstruktion, Brandabschnitte sowie Art, Umfang und Ausführung der Rettungswege festgelegt.

 

Der anlagentechnische Brandschutz baut auf den baulichen Brandschutz auf und unterstützt diesen. Dieser kann in Form von sicherheitstechnischen Einrichtungen wie z. B. Brandmelde- und Alarmierungsanlagen, Löschanlagen oder Anlagen zur Rauchableitung vorhanden sein. Ein wesentlicher – jedoch häufig unterschätzter – Bestandteil ist die Ausführung von Abschottungen bei der Durchführung von Leitungs- oder Lüftungsanlagen durch Bauteile mit Brandschutzanforderung.

Sicherheitstechnische Anlagen werden auch zur Kompensation von Erleichterungen/Abweichungen herangezogen. Zu beachten ist, dass damit nicht jedes bauliche Problem gelöst werden kann.

Insbesondere fehlende Rettungswege können nicht durch Anlagentechnik ersetzt werden. Des Weiteren sind sicherheitstechnische Anlagen immer auch mit Folgekosten für Wartung und Instandhaltung verbunden. Bei der Planung sollte man die entsprechenden Faktoren berücksichtigen.

 

Der beste bauliche und anlagentechnische Brandschutz nützt nichts, wenn der organisatorische Brandschutz versagt. Baulicher sowie anlagentechnischer Brandschutz müssen gepflegt werden. Hierzu gehört die Wartung und Instandhaltung der brandschutztechnischen Einrichtungen wie z. B. Türen und sicherheitstechnischen Anlagen.

Insbesondere gilt es auch, das Fehlverhalten der Nutzer einzudämmen. Eine gut gewartete Brandschutztür kann nicht ins Schloss fallen, wenn sie durch einen Keil aufgehalten wird. Stehen Gegenstände in den Rettungswegen, stellen diese eine Gefahr für die flüchtenden Personen dar. Zum Einen können diese selbst brennen und damit die Rettungswege verrauchen und unbrauchbar machen, zum Anderen werden diese häufig zu Stolperfallen, da diese bei einer Verrauchung nicht gesehen werden.

Fehlender organisatorischer Brandschutz ist ein wesentlicher Mangel bei sehr vielen Gebäuden. Meistens durch Unwissenheit, manchmal leider auch durch Ignoranz oder ein hohes Maß an Beratungsresistenz gefährden Nutzer sich selbst, Besucher, Einsatzkräfte und teilweise auch unbeteiligte Nachbarn gleichermaßen.

 

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Der abwehrende Brandschutz – die Feuerwehr – rundet das Ganze ab. Wenn es zum Brand kommt oder auch andere Gefahren drohen, rückt sie an. Damit sie ihre Arbeit Löschen, Retten, Bergen, Schützen machen kann, wird das funktionierende Zusammenspiel der anderen Elemente benötigt.

Ohne Rettungswege können Einsatzkräfte Personen und Tiere nicht zu Hilfe eilen. Ohne Brandabschnitte können benachbarte Bereiche nicht geschützt oder die Brandausbreitung verhindert werden. Eine aufgeschaltete Brandmeldeanlage kann aufgrund der frühen Alarmierung und des frühzeitigen Eintreffens der Feuerwehr ggf. den Sachschaden deutlich verringern. Werden Feuerwehrzufahrten zugeparkt, können keine Hubrettungsfahrzeuge aufgestellt werden und es geht wertvolle Zeit verloren. Zeit, die ggf. für den einen oder anderen Nutzer den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeutet.